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20.08.2021

Regen-Lösungen für die Eichenallee

Einwohnerversammlung am Anger

2021-08 EWO TT Eichenallee SW (7)
© Stadt Ludwigslust SW

Ein Flipchart im Grünen und die Hoffnung, dass das Wetter mitspielt – So begann am vergangenen Dienstag die Versammlung in der Techentiner Eichenallee, zu der die Verwaltung eingeladen hatte. Viele Bürger waren gekommen, denn eine Stunde Starkregen am 30. Juni bescherte den Anwohnern der Eichenallee einige vollgelaufene Keller und sorgte über einen Zeitraum von einigen Stunden für eine unpassierbare Straße.

Angesichts der zunehmenden extremen Wetterlagen steigen die Sorgen der Anwohner. Wie wird es werden, wenn sich solche Ereignisse häufen? So wandten sie sich mit der Bitte um ein Gespräch und Abhilfe an die Stadt Ludwigslust.

Jens Gröger, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Tiefbau, begrüßte die Anwohner: „Wir möchten heute mit Ihnen ins Gespräch kommen und gemeinsam erarbeiten, wo die Bedarfe bestehen.“ Genau wie die Anwohner, sieht er hier akuten Handlungsbedarf. So wurden erste Bestandsanalysen vorgenommen und erste Lösungsansätze erarbeitet. Drei Bereiche wurden definiert: der Anger, der Bereich unter den Eichen und die Verlängerung der Eichenallee Richtung Süden.

Für jeden einzelnen Bereich erläuterte Gröger die Ausgangssituation und mögliche Maßnahmen. Ausgehend davon, dass entsprechend des Generalentwässerungsplanes nicht unbegrenzt Wasser in das Leitungssystem eingeleitet werden kann, wurde nach alternativen Lösungen gesucht.

Für den Anger heißt es, die Bankette abzuschieben und dem Wasser die Möglichkeit geben, in die richtige Richtung zu fließen. Im Areal unter den Eichen stand die Frage zur Diskussion: „Muss ein Grundstück wirklich drei Zufahrten haben?“ Denkbar wäre es, die eine oder andere Durchfahrt zu sperren und dafür Versickerungsflächen herzustellen. Das hätte zur Folge, dass mehr Versickerungsflächen zur Verfügung stehen, die Müllautos dann jedoch keine ungehinderte Zufahrt mehr hätten. Die betroffenen Anwohner zeigten hier Kompromissbereitschaft und signalisierten, die Mülltonnen dann etwas weiter in Richtung Straße zu schieben.

Die Lösung für die Eichenallee Richtung Süden sieht die Schaffung von Mulden vor. Da rechts der Fahrbahn die Versorgungsleitungen liegen und noch geklärt werden muss, inwieweit diese Seite für die Schaffung von Mulden geeignet ist, kommt zunächst nur die linke Seite für den Muldenbau in Betracht. Diese wären etwa 1,5 m breit, 20 – 30 cm tief und etwa 1 m von der Fahrbahnkante entfernt. Mit diesen Maßen ist genug Volumen vorhanden, um viel Wasser aufzunehmen und versickern zu lassen. Es soll auch eine Tragschicht aufgebracht werden, damit das Wasser nach links ablaufen kann. Jens Gröger weist jedoch auch darauf hin, dass diese Maßnahme auch zu Veränderungen der Flächennutzung führt: „Für diese Lösung bedarf es einer gewissen Selbstdisziplin. Die Mulden müssen offenporig bleiben, damit Wasser versickern kann. Sie können also künftig nicht als Parkfläche genutzt werden“.

Viele Fragen galt es an diesem Abend zu beantworten. Helmut Schapper, Präsident der Stadtvertretung, der ebenfalls anwesend war, begrüßt diese Form der Einwohnerbeteiligung. „So kommt man mit den betroffenen Anwohnern ins Gespräch. Die diskutierten Ideen finde ich gut, so können wir schnell und unkompliziert mit ersten Maßnahmen beginnen.“ Da im städtischen Haushalt noch Gelder für Unterhaltungsmaßnahmen vorhanden sind, werden schon in den nächsten zwei bis drei Wochen die ersten Baufahrzeuge hier anrücken. Bis Jahresende sollen die Maßnahmen dann abgeschlossen sein.