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30.08.2021

Stolen Memories - Die gestohlenen Erinnerungen

Wanderausstellung bis zum 7. September in Ludwigslust

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© Stadt Ludwigslust, SW

Es sind Uhren, Ketten, Broschen, Fotografien, Briefe. Erinnerungen an ein Leben, das es nicht mehr gibt. Nationalsozialisten nahmen Häftlingen bei ihrer Einlieferung in ein Konzentrationslager jede persönliche Habe ab. 1963 kamen etwa 4.700 dieser sog. Effekten nach Arolsen ins Archiv. Der Auftrag des Arolsen Archives ist es, dieses Raubgut an die Überlebenden oder Angehörigen der Opfer zurückzugeben. Noch sind es etwa 2.500 Gegenstände, zu denen Hinterbliebene gefunden werden sollen. Das ist wahre Detektivarbeit und ein Kampf gegen die Zeit.

Ein blauer Überseecontainer tourt nun durch das Land und ist als ungewöhnliche Ausstellung auf der Suche nach den Hinterbliebenen. In MV macht der Container in Ludwigslust und in Bergen Station. Noch bis zum 7. September lädt der Container am Alexandrinenplatz dazu ein, sich mit dem Schicksal ehemaliger KZ-Häftlinge vertraut zu machen und bei der Suche nach Hinterbliebenen zu helfen.

Bettina Martin, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur sagte am vergangenen Freitag zur Eröffnung „Menschen gehen niemals so ganz, wenn die Erinnerung bleibt und diese ist oft an Gegenstände geknüpft.“

Den Dank der Ministerin an die Stadt Ludwigslust, die diesen Platz für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat, nahm Ulrike Müller, 1. Stellv. Bürgermeisterin gerne an. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, das Arolsen Archiv bei seiner Arbeit zu unterstützen. „Diese Ausstellung soll darauf aufmerksam machen, dass wir nicht vergessen, nicht weggucken und nicht nachgeben, wenn Unrecht erfolgt.“

Die Flügeltüren des Überseecontainers werden täglich von 9.00 – 17.00 Uhr und am Sonntag von 11.00 – 17.00 Uhr geöffnet und laden in leuchtendem Rot ein, näherzutreten und sich mit den verschiedenen menschlichen Schicksalen vertraut zu machen.

Auf der Internetseite des Arolsen Archives https://arolsen-archives.org/ kann mittlerweile auch online nach Gegenständen und Hinterbliebenen gesucht werden.

Die Ausstellung in Ludwigslust ist ein Gemeinschaftsprojekt der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin und der Landeszentrale für politische Bildung MV mit der Stadt Ludwigslust.