Zurück zur Listenansicht

05.12.2017

Partnerschaft die lebt

Gäste aus Kamskoje Ustje zu Besuch in Ludwigslust

KU (12)
Arbeitsgespräch an der IHK zu Schwerin © IHK Schwerin

Es war ein kurzer Besuch, und doch sehr intensiv und arbeitsreich. Insgesamt vier Tage lang weilte Ende November/Anfang Dezember eine kleine Delegation unseres Partnerkreise Kamskoje Ustje aus der Republik Tatarstan in Ludwigslust.

Geführt wurde die Delegation von Pawel Lochanow, dem Kreisdirektor des Kreises Kamskoje Ustje. Ihn begleiteten der Stell. Bürgermeister Vladimir Sorokovnin, der Vizepräsident der Handelskammer der Republik Tatarstan Artur Nikolajev, sowie Nail Sirasajev als Dolmetscher und Anastasia Lochanowa, Ehefrau des Kreisdirektors.

Im Fokus der Aufmerksamkeit standen Themen der Wirtschaft. Es war der Wunsch der Gäste, einige Wirtschaftsbetriebe zu besichtigen und mit Vertretern der Wirtschaft ins Gespräch zu kommen. So wurde das Programm auch unter diesem Gesichtspunkt zusammengestellt. Die Gäste erhielten die Gelegenheit, das Heizwerk der Stadtwerke zu besichtigen, informierten sich in Wöbbelin über die Anbau- und Vermarktungsstrategien auf dem Hof Dennissen, besuchten die Welsfarm in Sukow und informierten sich in Kummer über die  Herstellungs- und Vermarktungsprozesse in der dortigen Käserei.

Sehr positiv kann auch der Besuch der IHK Schwerin gewertet werden. Die tatarischen Gäste tauschten sich mit den Vertretern der IHK über die jeweiligen Aufgabenstellungen der Kammern aus und konnten einige Vereinbarungen für die Zukunft treffen. Auch wurde eine Einladung für nächstes Jahr zum Russlandtag ausgesprochen.

Ein Termin in der Uni Rostock diente dem Kennenlernen des Lehrstuhls Aquakultur. Die Delegationsteilnehmer reflektieren auf eine Zusammenarbeit der Universitäten Rostock und Kazan. Aquakultur ist gerade in Tatarstan ein Thema, dass auf Grund der unmittelbaren Lage an der Wolga von großem Interesse ist.

Aber nicht nur die wirtschaftliche Seite spielte eine Rolle während dieser vier Tage. Neben einer kleinen Stadtrundfahrt, einem Gedenken am russischen Ehrenfriedhof,  der Besichtigung der Stadtkirche und des Schlosses und einem kleinen Spaziergang über den Barocken Adventsmarkt, galt es aber auch, sich persönlich näher kennen zu lernen.

So stand auch ein Treffen mit Stadtvertretern, Ludwigsluster Geschäftsleuten und natürlich mit alten Bekannten auf dem Programm. In seiner kurzen Ansprache brachte Bürgermeister Mach den Sinn von Städtepartnerschaften auf den Punkt: „Wir wissen, dass es zur Zeit in der Welt sehr kompliziert ist. Durch unsere Partnerschaft können wir dazu beitragen, dass die Welt ein wenig friedlicher wird“. Diesem Ziel ein wenig näher zu kommen, dient auch die Idee, 2018 in Ludwigslust ein Partnerschaftstreffen mit Jugendlichen aus allen Partnerstädten und deren Partnerstädte zu organisieren. Das Treffen soll vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen dienen, soll dazu beitragen, Menschen unterschiedlicher Kulturen miteinander zu verbinden.

Kreisdirektor Pawel Lochanow lobte vor allem die Gastfreundschaft, die er hier erleben durfte und ist erfreut über die Menschen, die er hier kennengelernt hat.

Im Rahmen dieses Treffens überreichte Pawel Lochanow dem jetzigen Bürgermeister Reinhard Mach und auch dem ehemaligen Bürgermeister Hans-Jürgen Zimmermann eine Ehrenurkunde für die langjährige und fruchtbringende Tätigkeit zur Entwicklung der internationalen Beziehungen.

Am letzten Tag des Besuches waren die Gäste aus Kamskoje Ustje zu einem besonderen Termin eingeladen; in die Orangerie zu einer Bierverkostung. Dieses Treffen diente zum einen dazu, die persönlichen Kontakte untereinander weiter zu festigen, aber auch dazu, viel über die Kunst des Bierbrauens zu erfahren. Die Braumanufaktur, die in der Orangerie zu Hause ist, präsentierte seine sechs verschiedenen Sorten. Der Bierbrauer persönlich erklärte den Produktionsprozess und erklärte die Besonderheiten jeder einzelnen Sorte. Kreisdirektor Lochanow, eigentlich kein Biertrinker, zeigte sich sehr aufgeschlossen gegenüber den Möglichkeiten, die eine kleine privatwirtschaftliche Manufaktur bietet. Gerade die Etablierung kleiner privatwirtschaftlicher Firmen in der Region Kamskoje Ustje ist eine Aufgabe, die Lochenow für unabdingbar ansieht, um die Region zukunftsfähig zu gestalten. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 04.12.2017