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11.10.2021

PEFC – Waldstandards

Nachhaltige Waldbewirtschaftung – dem Klimaschutz verpflichtet

PEFC-Zertifizierung  (4)
© Stadt Ludwigslust SW

PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und damit ein weltweiter "Wald-TÜV". PEFC ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes", also ein "Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen".

Die PEFC – Zertifizierung ist eine Selbstverpflichtung des Waldbesitzers, die gesetzten Standards in der eigenen Waldbewirtschaftung einzuhalten. Vor etwa zwei Jahren hat die Stadtvertretung diese Selbstverpflichtung ins Gespräch gebracht. Nun ist es soweit. Am 29.06.2021 erfolgte die Zertifizierung des Ludwigsluster Stadtwaldes. Sie gilt zunächst bis zum Jahr 2024.

Karl-August Ihde, städtischer Mitarbeiter und Revierförster, ist sichtlich stolz darauf, dass die Stadt freiwillig und für die Öffentlichkeit erkennbar die Kriterien der nachhaltigen Waldbewirtschaftung für sich zum Handlungsmaßstab macht. „Damit gehen wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung,“ so Ihde.

An einem kleinen Waldstück am Rande des Schloßparks erläutert er ein Beispiel für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Auf dem Waldstück standen früher Pappeln, die bereits abgestorben waren oder bereits absterbend waren und vor 5 Jahren durch Rot-Erlen ersetzt wurden. „Aus der Erle lassen sich 2 – 3 Baumgenerationen in der gleichen Qualität und Genetik austreiben, ohne Neuanpflanzungen vornehmen zu müssen,“ so der Forstfachmann. „Außerdem sind Rot-Erlen hervorragende Stickstoffsammler und wirken sich nachhaltig auf die Bodenqualität aus.“

Ein anderes Beispiel für die Nachhaltigkeit ist der Umgang mit unseren „Brotbaum“, der Kiefer. Während bislang die Kiefer als Monokultur angebaut wurde, wird sie nun auf wieder aufgeforsteten Flächen zwar als Hauptbaum angebaut, jedoch werden auf ca. 20 % der Fläche standortgerechte Mischbaumarten eingebracht. Das stärkt die Widerstandskraft des Waldbestandes gegen Umwelteinflüsse und Waldschädlinge.

Verbunden mit der freiwilligen Selbstverpflichtung ist die Zahlung einer Waldprämie. Die dadurch zur Verfügung stehenden 67.200 € werden nun für den Waldwegebau und Waldbrandschutzmaßnahmen verwendet.